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Philosophie

Die Philosophie hinter der Kreuzbergwallfahrt: Sich gemeinsam auf den Weg machen

„Es gilt sich gemeinsam auf den Weg zu machen, um die eigenen, wie auch die aufgetragenen Anliegen zum Kreuzberg zu bringen. Nicht immer muss dazu eine laut betende und singende Gemeinde durch die Wälder zum Zielort wallen. Nein, auch in den vielen Gesprächen der einzelnen Teilnehmer unterwegs, während der gemeinsam verbrachten Abende oder auch nur bei einer kleinen helfenden Tat untertags offenbart sich der wahre Geist der Wallfahrt.

Was jung und alt vereint ist nicht nur das ,Du‘, das die Pilger während ihrer gemeinsamen Zeit zur Anrede verwenden, es ist vor allem der Gedanke mit vielen Gleichen unterwegs zu sein und das gleiche Ziel zu haben. Völlig nebensächlich dabei ist, ob man als Wallfahrtsführer, Fahrer, Koch oder einfach nur als Wallfahrer unterwegs ist. Nur alle zusammen kommen zum Kreuzberg – und zurück.

So merkt mancher, der sich zu Beginn des Weges noch einen Tisch für sich und seine Bekannten reservierte bald, dass es eigentlich kein ,reserviert für‘ gibt, da jeder gleich ist und es auch interessant sein kann einmal die ,Neuen‘ kennenzulernen und ihre Be-Weg-Gründe zu erfahren.

Auch legt sich bald das Vorurteil, dass vorne die Gläubigen und hinten die ,mitteilungsbedürftigen‘ Wanderer ihres Weges ziehn. Schnell merkt der, der sich in eine andere Region des Wallfahrtszuges ,verirrt‘ die dortigen Vorteile zu schätzen – so trägt jeder Teilnehmer auf andere Art und Weise seine Anliegen mit, der eine im Gebet, der andere im persönlichen Gespräch und der „Optimal-Wallfahrer“ nutzt beide Möglichkeiten, die ihm geboten.

So ist es völlig egal, ob einer als Pilger oder Wanderer teilnimmt, denn nur die Gemeinschaft zählt und der eine braucht den andern. Selten findet sich so viele Menschen aus unterschiedlichen Orten zusammen und haben binnen kürzester Zeit das Gefühl, sich schon sehr lange zu kennen. Eben jene, die diese Strapaze – denn die ist es auch manchmal – auf sich nehmen, zehren auch danach noch lange davon“.

Andreas Bachmann

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